Berichte / Neonazismus

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Informationen über die "Road Crew"

Neonazis kauften Bahnhof Ehlenbruch in Lage


13.03.2015 - Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch

Veranstaltung am 24.März in Kachtenhausen



Initiative veranstaltet Vortrag

Ehlenbruch/Kachtenhausen. Seit Oktober vergangenen Jahres ist bekannt, dass die extrem rechte „Road Crew-OWL“ das alte Bahnhofsgebäude in Ehlenbruch erworben hat und dieses als Veranstaltungsort für Rechtsrock-Konzerte und Treffen von Neonazis nutzt. Doch es regt sich Widerstand. Aus einer ersten Informationsveranstaltung, hat sich inzwischen eine Bürgerinitiative geformt. Wie der Sprecher der „Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch“, Michael Sieberts, in einer Pressemitteilung mitteilt, dürfe man dieAktivitäten der extrem rechten Gruppierung in dem Bahnhof nicht einfach so hinnehmen. Die Initiative hält esfür wichtig, die Öffentlichkeit -besonders im örtlichen Umfeld des Ehlenbrucher Bahnhofs- darüber aufzuklären, mit wem sie es hier zu tun haben.

Hierzu lädt nun die „Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch“ zu einer zweiten Informationsveranstaltung in den Ortsteil Kachtenhausen, unweit von dem von Neonazis genutzten Gebäude.

Am Dienstag, den 24. März wird ab 19 Uhr im Gemeindehaus der Johannesgemeinde Kachtenhausen, Jan Raabe, Autor und Herausgeber einer Reihe von Büchern und Fachartikeln zu extrem rechter Jugendkultur, über die Funktion und Entwicklung in Ehlenbruch referieren. Außerdem sollen Möglichkeiten der Gegenwehr aufgezeigt werden. Mitglieder der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus“ werden ebenfalls für Fragen zur Verfügung stehen.

Der Schein trügt

Wie die Initiative in ihrer Pressemitteilung mitteilt, hat sich in Lage mit der Ansiedlung der „Road Crew“ ein Treffpunkt und Veranstaltungsort für die extreme Rechte etabliert. Auf den Veranstaltungen kommt es zu einem Zusammentreffen von organisiertem Neonazismus, wie Kameradschaften und Partei-Funktionären (z. B. NPD, Die Rechte, Der III. Weg), sowie extrem rechter Jugendkultur. Laut Mitgliedern der „Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch“ möchten die „Road Crew“ Ärger und damit Aufmerksamkeit vermeiden. Das Grundstück wirkt gepflegt, Passanten werden gegrüßt und gegenüber den Behörden gibt man sich kooperativ.

Doch dieser Schein trügt, denn inzwischen werden bei Veranstaltungen Sichtschutzzäune aufgestellt, Kfz- Kennzeichen werden abgehangen und Vorbeigehende werden argwöhnisch begutachtet. Dieses zeigt, wie wichtig der „Road Crew“ und damit der gesamten ostwestfälischen Neonazi-Szene, der Standort in Ehlenbruch ist. Von hier aus kann die Erlebniswelt der extremen Rechten -von der Öffentlichkeit unbemerkt- organisiert, strukturiert und gelebt werden. Wie Sprecher Sieberts betont „sind Rückzugsorte, wie in Ehlenbruch Stützpunkte der Neonazi-Bewegung. Sie dienen der eigenen Legitimation, für eine menschenverachtende Ideologie.“

Kritik an Behörden und Stadt

Der polizeiliche Staatsschutz stuft die Road Crew „als politisch nicht gefährlich” ein. „Aktive Rechtsradikale nutzen die Road Crew als Plattform, um in deren Räumen Konzerte zu veranstalten.” (LZ, 3./4.10.2014) Die „Initiative gegen Neonazis im Bahnhof Ehlenbruch“ sieht das allerdings ganz anders – und spricht von einem fahrlässigen Herunterspielen dieser rechten Gruppierung. Die Fehleinschätzung des Staatsschutzes führt vielmehr dazu, dass der „Road Crew“ und anderen rechten Gruppierungen de facto ein rechtsfreier Raum überlassen wird. Die Initiative fordert mehr als bloße „Lippenbekenntnisse der Kommunalpolitiker“ sondern eine intensive Auseinandersetzung mit der “Road Crew” seitens der Stadt Lage und deren Verwaltung. Es müssen Handlungsmöglichkeiten gegen die Road Crew ausgelotet werden, sowie deren Veranstaltungen -wie Rechtsrock-Konzerte- mit allem Nachdruck geprüft, kontrolliert und gegebenenfalls verboten werden.

„Wir müssen frühzeitig den Neonazis entgegentreten und zeigen, dass sie auch in Ehlenbruch unerwünscht sind“ so der Sprecher der Initiative Michael Sieberts und er weist ausdrücklich darauf hin, dass die Initiative als Veranstalter des Vortrages sich das Recht vorbehält, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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