Berichte / Lippe rechtsaußen


Woanders gelesen: hiergeblieben.de 15.03.2014

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Nachrichten aus der Heimat


Alexandra Hütte - 22.03.2014 (geändert: 9.4.2014)

Impressionen vom rechten Rand in Lippe



Kreis Lippe: "Landsmannschaft Ostpreußen e.V."
Für den 19. März 2014 lud die Kreisgruppe Lippe der "Landsmannschaft Ostpreußen e.V.", Mitglied im revanchistischen "Bund der Vertriebenen" (BdV), zu ihrer "Frühjahrsveranstaltung" in die Stadthalle Detmold ein. Darüber berichtete die Lippische Landes-Zeitung.

"Heimatliches Brauchtum zum Osterfest"
Angekündigt war ein Vortrag von Ekkehard Schlicht, Vorsitzender des revanchistischen "Ostdeutschen Kreises" aus Bad Salzuflen zum Thema "Heimatliches Brauchtum zum Osterfest".

In diesem Rundbrief wirbt die "Landsmannschaft Ostpreußen" für eine Gedenkstätte auf einem Neonazi-Grundstück (Quelle: recherche nordhessen)

Gedenkstein ausschließlich für "die deutschen Vertriebenen"
Am 7. Dezember 2011 scheiterte im Hauptausschuss der Stadt Bad Salzuflen ein Antrag des extrem rechten CDU-Ratsherrn Ekkehard Schlicht zur Errichtung eines Gedenksteines im Ortsteil Wüsten ausschließlich für "die deutschen Vertriebenen".

"Deportation der Deutschen aus ihrer Heimat"
Ekkehard Schlicht, Leiter des "Ostdeutschen Kreises", nach eigenen Angaben eine "lockere Zusammenkunft von ehemaligen Bewohnern der Ostdeutschen Provinzen", hatte beantragt, den fünf mal fünf Meter großen Gedenkstein zur "Erinnerung an Flucht, Vertreibung und Deportation der Deutschen aus ihrer Heimat, den ostdeutschen Provinzen und dem Sudetenland, nach 1945" neben dem Kriegerdenkmal aufstellen.

Vorstandsmitglieder in Lippe
Am 20. März 2013 hielt die Kreisgruppe Lippe der "Landsmannschaft Ostpreußen e.V." ihre Mitgliederversammlung ebenfalls in der Stadthalle Detmold ab. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Filmvorführung "Reisebilder aus Ostpreußen 1934" und Vorstandswahlen. Einstimmig wurde Hans-Georg Ippig erneut zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter blieb Hans-Dieter Schlingmann. Auch Christel Mörchel wurde wieder zur Schrift- und Kulturwartin gewählt. Zum neuen Schatzmeister wählte die Versammlung Joachim Lunau in Abwesenheit. Seine Stellvertreterin wurde Dietlinde Silz. Mit Stephan Grigat und dem Detmolder Geschichtsrevisionisten Martin Schröder (" ... gegen Einsichtigkeit ... Sieger-Sprachregelung") wurden die bisherigen Beisitzer bestätigt.

Stefan Grigat (Quelle: wikipedia)

Bekenntnis-"Vertriebener" Stephan Grigat
Von 1992 bis 2011 fungierte der extrem rechte Bekenntnis-"Vertriebene" Stephan Grigat (Jahrgang 1964) aus Detmold als stellvertretender Kreisvorsitzender der Kreisgruppe Lippe der "Landsmannschaft Ostpreußen e.V.".

CDU-Politiker bedankte sich bei der Wehrmacht
Grigat, Mitglied der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Detmold und Vizepräsident des revanchistischen "Bund der Vertriebenen", sorgte am 29. Mai 2011 europaweit für Schlagzeilen: Er begrüßte als Sprecher der "Landsmannschaft Ostpreußen e.V.", auf deren "Deutschlandtreffen" in Erfurt "besonders herzlich die Angehörigen der früheren deutschen Wehrmacht. Dies ist mir ein besonderes Anliegen. Deutsche Soldaten haben unter Einsatz ihres Lebens die Flucht hunderttausender Ostpreußen ermöglicht und dafür tausendfach ihr eigenes Leben hingegeben. Deutschland schuldet Ihnen Dank, Ostpreußen steht in Ihrer Schuld. Sie sind uns herzlich willkommen!"

Relativierung des Holocaust
Damit nicht genug: "Die Vertreibung als solche und die damit zusammenhängenden Taten waren unverjährbare und in ihrer Dimension in der Neuzeit einzigartige Verbrechen", verkündete Grigat am 29. Mai 2011 in Erfurt unter enthusiastischen Beifall - ungeniert und unwidersprochen. Am 17. und 18. Mai 2014 findet in Kassel das nächste "Deutschlandtreffen" der "Landsmannschaft Ostpreußen e.V." statt.

Doppel-Kandidat für die NRW-Kommunalwahl
Für die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kandidiert CDU-Mitglied Stephan Grigat im Wahlkreis 6 für den Rat der Stadt Detmold und im Wahlkreis Detmold V für den Kreistag Lippe.

Rittergut Guthmannshausen (Foto: wikipedia)

"Landsmannschaft Ostpreußen" NRW unterstützt extrem rechte "Gedächtnisstätte"
Im Dezember 2013 suchte die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der revanchistischen "Landsmannschaft Ostpreußen" im "Rundschreiben 4/2013" "Sponsoren" für das extrem rechte "Kultur- und Tagungszentrum Gedächtnisstätte Guthmannshausen".

Personelle Überschneidungen zum Collegium Humanum
Das leer stehende Rittergut in Guthmannshausen (Kreis Sömmerda), vormals als landwirtschaftliche Landesschule genutzt, gehörte bis Mai 2011 noch dem Land Thüringen. Dann verkaufte die Thüringer Liegenschaftsgesellschaft die unter Denkmalschutz stehende Immobilie mit Hilfe eines Maklers an ein Mitglied der "Gedächtnisstätte e.V.", die Heilpraktikerin Bettina Maria Wild-Binsteiner aus Hessen. Der Verein "Gedächtnisstätte" wurde am 23. Mai 1992 in Vlotho gegründet, wo auch das 2008 verbotene "Collegium Humanum" seinen Sitz hatte. Dieses habe antisemitische Propaganda betrieben und weise eine Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus auf, hieß es in der Verbotsverfügung des Bundesinnenministeriums. Zwischen "Collegium Humanum" und "Gedächtnisstätte e.V." gab es personelle Überschneidungen, etwa in Person von Ursula Haverbeck-Wetzel, die das "Collegium Humanum" als Vorsitzende leitete und auch dem Trägerverein der "Gedächtnisstätte e.V." bis 2003 vorstand. Sie prägt auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand noch maßgeblich die Ausrichtung von "Gedächtnisstätte e.V." Zeitweise hatten beide Einrichtungen die gleiche Anschrift.



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