Berichte / Arbeitskämpfe


Werk des Küchenherstellers
in Bad Salzuflen wurde geschlossen

Arbeiter blockieren
die Zufahrt bei Firma Wellmann


T2- 09.02.2014

Konzern verweigert angemessenen Sozialplan



Blockade der Zufahrt
Seit jetzt zwei Wochen bewachen die Arbeiter des Küchenherstellers Wellmann in Bad Salzuflen-Schötmar (Wellmann Bauteile GmbH) die Zufahrt zum Betriebsgelände, um zu verhindern, dass Maschinen abtransportiert werden. Die Abholung fertiger Küchenteile wurde der Betriebsleitung vom Detmolder Arbeitsgericht erlaubt, die Blockierer konnten sie am 7.Februar nicht verhindern.

Am 29.Januar war den 72 Arbeitern mitgeteilt worden, dass der Bad Salzufler Standort geschlossen wird und sie entlassen werden. Dass die teilweise seit 20 Jahren dem Betrieb zugehörigen Mitarbeiter in einem Sozialplan angemessen entschädigt werden steht in den Sternen, laut einem WDR-Bericht wurde ihnen lediglich eine Abfindung von 16.000 Euro angeboten.
Deshalb wird der Betrieb blockiert, es sollen keine Werte entnommen werden können.

Protest der IG Metall

Wellmann ist Alno-Tochter
Das Bad Salzufler Werk ist im Wellmann-Konzern ein Zulieferer-Betrieb, der Sockelleisten und Regalböden herstellt. Seit der Schließung wird die Produktion von Wellmann in Enger und Alno in Pfullendorf hergestellt.
Wellmann ist seit 2003 eine Tochtergesellschaft der Alno AG, einem der weltweit größten Küchenhersteller. Die Wellmann Produktion hatte 2009 bei Alno mit 29% den größten Umsatzanteil.

Dass bei Wellmann Leute entlassen werden sollten, war seit Mitte 2012 klar. Der damals von der IG Metall und dem Konzern abgeschlossene Haustarifvertrag sieht neben Kürzung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und der Aussetzung von Tariferhöhungen bis März 2013 auch die Entlassung von 80 Mitarbeiten vor, allerdings im Rahmen eines Sozialplanes und der Gründung einer Transfergesellschaft, in der die Gekündigten weiter beschäftigt werden sollten.

Die Schließung des Werkes in Bad Salzuflen wurde recht trickreich durchgeführt: Innerhalb des Konzerns erhält der Betrieb nämlich einfach keine neuen Aufträge mehr. Der Betriebsrat wurde so einfach umgangen. "Das erinnert an organisiertes Verbrechen, mit dem Vorstandsvorsitzenden Max Müller in der Schweiz an der Spitze", so der IG Metall Sekretär Svend Newger (Netkey40.IgMetall.de 6.2.2014).

Blockierer vor dem Werkstor bei Wellmann

Der Alno-Konzern expandiert
Die Alno AG macht derweil andere Schlagzeilen: - "Alno realisiert größte Übernahme in der jüngeren Firmengeschichte ..
- Alno AG übernimmt mit AFG Küchen AG den Marktführer in der Schweiz.....
- Umsatzbasis und Ertragskraft werden nachhaltig gestärkt....
- Synergieeffekte im zweistelligen Millionenbereich..." (www.wallstreet-online.de 17.01.2014)

Kein Geld für einen Sozialplan für die Bad Salzufler Arbeiter?
Es wird wohl nicht nur am Sozialplan gespart, in der angekündigten Transfergesellschaft soll den Arbeitern lediglich 60% ihres alten Gehaltes bezahlt werden.

Solidatität mit den Entlassenen!
"Das Management ist unfähig", war die Meinung eines vom WDR interviewten Blockierers.
Da hat er wohl unrecht. Dem Management geht es um die Profitmaximierung für die Aktionäre und nicht um eine soziale Verpflichtung gegenüber den Beschäftigten.

Vielleicht hat man in den Konzernetagen allerdings die Kampfbereitschaft der Belegschaft und der IG Metall falsch eingeschätzt und war der Meinung, dass die Schließung des Werkes in Bad Salzuflen reibungslos und nahezu kostenlos durchgezogen werden kann.

Solidarität mit den Blockierern ist angesagt:
Bad Salzuflen-Schötmar Industriestraße (ehemals Tielsa-Gelände)

Solidaritätsadressen können an bs@wellmann.de geschickt werden.


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