Berichte / Gedenken an NS-Zeit


Samstag, 9. November 2013 von 18.00 bis 21.00 Uhr:

Mahnwache des Lippischen Friedensbündnis:
Gedenken an die Reichspogromnacht statt "Geistershopping"

Lippischen Friedensbündnis - 06.11.2013

Veranstaltungsort: Marktplatz Schötmar



63 Opfer des Holocaust aus Bad Salzuflen und Schötmar

Am 9. November 2013 jährt sich die Reichspogromnacht zum 75. Mal. In der Nacht, vom 9. auf den 10. November 1938 wurden deutschlandweit tausende jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger angegriffen, in Konzentrationslager verschleppt, geschlagen, gedemütigt und ermordet. Jüdische Synagogen und Bethäuser wurden geschändet und niedergebrannt, jüdische Häuser und Geschäfte geplündert, jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

Synagoge in Schötmar wurde in dieser Nacht angesteckt

Die Reichspogromnacht ist der Wendepunkt in der Geschichte der Jüdinnen und Juden in Deutschland und mit Beginn des Zweiten Weltkrieges in ganz Europa. Der 9. November 1938 steht für den organisierten Antisemitismus in Deutschland. Auch in Bad Salzuflen und Schötmar regierte der nationalsozialistische Mob. Die Synagoge in Schötmar wurde in dieser Nacht angesteckt.

Die Synagoge in Schötmar wurde am 9.November 1938 zerstört

Erschossen, erschlagen, vergast oder durch Zwangsarbeit ermordet

1933 lebten in Bad Salzuflen und angrenzenden Ortsteilen insgesamt 117 Jüdinnen und Juden. Sie wurden durch zahlreichen Sondergesetze und Verordnungen völlig entrechtet. Nur etwa die Hälfte der in beiden Orten ansässigen Jüdinnen und Juden konnte sich durch eine Flucht vor dem nationalsozialistischen Mob in Sicherheit bringen. 63 Männer, Frauen und Kinder wurden ab Herbst 1941 in die Ghettos und Konzentrationslager im Osten verschleppt. Ihr Schicksal war der Tod. Sie wurden erschossen, erschlagen, vergast oder durch Zwangsarbeit ermordet.

"Gruselatmosphäre mit Licht und Ton"

Ausgerechnet am 9. November lädt der Bürgerverein Schötmar e.V. unter dem Motto "Geistershopping in Schötmar" bei "Gruselatmosphäre mit Licht und Ton" von 18.00 bis 23.30 Uhr ein. Der Bürgerverein verspricht "Aktionen in den Geschäften und schaurigschöne Angebote(n)".

Absage des "Geistershopping" wird weiterhin gefordert

Für das Lippische Friedensbündnis ist diese "schaurigschöne" Veranstaltung ein Skandal. Ein Brief an den Bürgermeister Dr. Honsdorf mit der Aufforderung, die Veranstaltung zu untersagen, ist unbeantwortet geblieben. Das Lippische Friedensbündnis wird am 9. November 2013 von 18.00 bis 21.00 Uhr eine Mahnwache unter dem Motto "Gedenken statt "Geistershopping"" auf dem Marktplatz in Schötmar durchführen. Der 9. November sollte, wie in vielen Städten und Gemeinden auch üblich, ein Tag der Erinnerung und Mahnung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sein, die deportiert und ermordet wurden.

Online-Petition

Alle Bürgerinnen und Bürger, für die diese Veranstaltung auch ein Skandal ist, können sich mittels einer Online-Petition an dem Protest beteiligen.-> Zur Petition





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