Berichte / Arbeitskämpfe


Druckerei der Lippischen Landes-Zeitung:

Nach wie vor Unruhe bei Bösmann (Medienzentrum Giesdorf)


Ottmar Bürgel (ver.di) – 15.6.2013

Verdi fordert Haustarifvertrag





Mitarbeiter sollen neue Verträge unterschreiben
Nach den Querelen der letzten Monate (Aufspaltung des Betriebes, massives Mobbing gegen Betriebsratsmitglieder, Kündigungsversuch gegen den Betriebsratsvorsitzenden usw.) kommen die Beschäftigten bei der Firma Bösmann Druck und Medien GmbH & Co. KG nicht zur Ruhe.
Nach der Abspaltung der Akzidenzdruckerei von der Zeitungsdruckmaschine der Lippischen Landeszeitung wurden den Beschäftigten der neuen Firma Bösmann Druck und Medien (BDM) neue Arbeitsverträge vorgelegt. Nach diesen neuen Verträgen arbeitet man bei BDM pro Woche 5 Stunden unentgeltlich, bekommt kein Urlaubsgeld und keine Jahresleistung (Weihnachtsgeld). Die Beschäftigten wurden durch die Geschäftsleitung teils in Einzelgesprächen, in Gesprächen mit Kleingruppen sowie in Mitarbeiterversammlungen massiv unter Druck gesetzt, diese neuen Arbeitsverträge zu unterschreiben.

Druckerei Bösmann in Detmold

Druck auf die Kollegen
Die Gewerkschaft ver.di fordert die Geschäftsleitung zu Verhandlungen über einen Haustarifvertrag auf. Die Verhandlungen wurden von der Geschäftsleitung nach drei Verhandlungsrunden ausgesetzt, bis alle Beschäftigten die neuen Verträge unterschrieben hätten.
Es weigern sich bis heute 9 Kolleginnen und Kollegen (von 52), diese Verträge zu unterschreiben. Diese 9 KollegInnen sehen sich einem ständig andauernden Druck seitens der Geschäfts-/Betriebsleitung ausgesetzt. Ihnen werden Aufgaben/Zuständigkeiten entzogen. Ihnen wird seitens der Geschäfts-/Betriebsleitung offen mit Arbeitsplatzverlust gedroht (nach teils über 30-jähiger Beschäftigung im Hause).

Es werden Zwangsversetzungen angedroht
Die meisten der 9 "Standhaften" arbeiten bei BDM in der Buchbinderei. Nun droht die Geschäfts-/Betriebsleitung damit, diese Buchbinderei vom Rest der Firma BDM abzuspalten, obwohl dies nach eigener Aussage die Geschäfts-/Betriebsleitung wirtschaftlich unsinnig ist. Will man auf diesem Weg 9 unbequeme Beschäftigte loswerden, nur weil sie nicht damit einverstanden sind, auf über € 8.000,-- jährlich zu verzichten?

Landesschlichter eingeschaltet
Der Betriebsrat hatte kürzlich den ver.di-Gewerkschaftssekretär zu einer Betriebsratssitzung eingeladen. Zu Beginn dieser Sitzung erschien der Betriebsleiter in Begleitung eines Rechtsanwalts im Betriebsratsbüro und forderte den Gewerkschaftssekretär auf, die Firma zu verlassen. Es gehe in der Sitzung um betriebliche Internas.

Die Lippische Landeszeitung

Der Gewerkschaftssekretär machte deutlich, dass er vom Gesetz her ohnehin zur Verschwiegenheit über Betriebsgeheimnisse verpflichtet sei. Dennoch wurde ihm seitens der Betriebsleitung eine „Geheimhaltungserklärung“ zur Unterschrift vorgelegt. Um des lieben Friedens willen unterschrieb er die Erklärung und nahm weiter an der Sitzung teil.

In der Folge versuchte der Gewerkschaftssekretär die betriebliche Situation durch ein Gespräch mit Herrn Rainer Giesdorf zu deeskalieren. Herr Giesdorf verweigerte sich diesem Gespräch.
Ebenso erging es dem Landesschlichter des Landes NRW. Herrn Bernhard Pollmeyer, der von der Geschäfts-/Betriebsleitung zur Vermittlung zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung eingeschaltet worden war. Bei dem Gespräch mit dem Landesschlichter saß neben Betriebsratsmitgliedern lediglich der Betriebsleiter mit am Tisch. Dieser konnte aber auf mehrfache Nachfragen des Landesschlichters keine Entscheidungen fällen. Er müsse zunächst den Gesellschafter (Herrn Rainer Giesdorf) fragen. Nach Aufforderung des Landesschlichters, Herrn Giesdorf doch auch an den Tisch zu holen, erschien dieser nicht.
Der Landesschlichter erarbeitete dennoch einen Schlichtungsvorschlag „zu Fragen der Restrukturierung und der Gestaltung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter der BDM“. Der Vorschlag sieht vor, dass der Landesschlichter über ein Jahr einen Prozess begleitet, an dessen Ende u.a. ein Haustarifvertrag stehen soll.

Bis 25.06.2013 sollen sich die Betriebsparteien erklären, ob sie diesem Vorschlag zustimmen. Die Zustimmung des Betriebsrates liegt bereits vor.

Neuer Bericht vom 23.01.2014: -> "Zu faul.. zu alt.. zu teuer"

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