Berichte / Arbeitskämpfe

Seit dem 26.Februar werden die Werkstore blockiert

Betriebsstilllegung von Linpac-Stucki von EU finanziert!


T2 – 19.03.2013

IG Metall fordert Sozialtarifvertrag


Am 26.Februar schmissen die Beschäftigte von Linpac-Stucki die Arbeit endgültig hin, traten in den Warnstreik und bewachen seitdem die Werkstore. Selbst bei eisiger Kälte harren die Streikposten rund um die Uhr aus, um zu verhindern, dass Produkte und Produktionsmaterialien abtransportiert werden.

Streikposten vor dem Werkstor

Seitdem die Schließung des Standortes vom Eigentümer OEP, einem US-amerikanischen Hedgefond beschlossen wurde (der Salzekurier berichtete am 19.12.2012 -> zum Artikel), kämpfen die 158 betroffenen Kollegen um einen Sozialtarifvertrag, der ihnen einen finanziellen Ausgleich sichern soll.
Die IG-Metall fordert einen Betrag von 37 Mio. Euro, der für OEP wohl unerheblich wäre. Durch die Blockade will die Gewerkschaft verhindern, dass Betriebsvermögen abtransportiert und damit die Bemessungsgrundlage für einen Sozialplan verringert wird.

Die Polizei stellte sich nicht auf die Seite der Geschäftsführung, als sie von dieser dazu aufgefordert wurde, den Firmen-LKW Zufahrt zum Betriebsgelände zu verschaffen. In einem Arbeitskampf gehöre eine Blockade zu den legitimen Mitteln.

Der "Sarg" von Linpac

In den Geschäftsetagen von Linpac scheinen die streikenden Arbeiter Freunde zu haben: So wurden der IG Metall Unterlagen zugespielt, aus denen hervorgeht, dass der Konzern bei der Fusion 2012 von vornherein beschlossen hatte, das Lockhauser Werk zu schließen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat waren dann Scheinverhandlungen, Mitbestimmungsrechte wurden also übergangen.

Auf dem 'Fest der Solidarität'

Die Vernichtung der Lockhauser Arbeitsplätze wird indirekt mit EU-Geldern finanziert: Für den Aufbau des Schweriner Schwesterwerkes, in das die Bad Salzufler Produktion verlagert werden soll, sind EU-Fördergelder geflossen! Auf dem „Fest der Solidarität“ am 9.März vor den Toren Linpacs bezeichnete der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn in seiner Rede diese Vorgänge als „verbrecherisch“.
Zuvor hatte Bürgermeister Honsdorf die Ereignisse als „nicht mehr gerecht“ gedeutet.

Der IG-Metall Sekretät Svend Newger fand deutliche Worte an die Verantwortlichen beim Hedgefond OEP und der sie finanzierenden US-Bank JP-Morgan:
„Die halten sich nicht an Recht und Gesetz, die wollen nur ihre eigene Geldbörse voll machen, die sowieso voll ist. ...... Das ist eine Verbrecherbrut“



Creative Commons License


Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Salzekurier Über Salzekurier | Privacy Policy | Kontakt | ©2012 Salzekurier