Berichte / Widerstand im Faschismus


In Lippe weitgehend unbekannt:

Der 1943 hingerichtete
Pastor Karl Friedrich Stellbrink
wuchs in Detmold auf

KS - 06.10.2009

Vortrag von Hansjörg Buss (Kiel)
am 25. Januar 2010 im Landesarchiv


Dass der zu den sogenannten Lübecker Märtyrern gehörige lutherischer Pastor Karl Friedrich Stellbrink in Detmold aufgewachsen ist, ist dort weitgehend unbekannt. Der 1894 in Münster geborene Stellbrink besuchte ab 1904 das Gymnasium Leopoldinum.

Am Montag dem 25. Januar 2010 wird Hansjörg Buss aus Kiel um 19.30 Uhr im Landesarchiv einen Vortrag über ihn halten, in dem er sich in der Form einer biographischen Skizze mit bisher kaum beachteten Aspekten Stellbrinks auseinandersetzt.

Unter dem Stichwort "Lübecker Märtyrer" findet man unter wikipedia folgenden Eintrag:

"Als Lübecker Märtyrer werden die drei katholischen Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink bezeichnet, die am 10. November 1943 kurz hintereinander in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis durch Enthauptung hingerichtet wurden.

Die katholischen Priester waren an der Herz-Jesu-Kirche in der Lübecker Innenstadt tätig, Prassek als Kaplan, Müller als Adjunkt und Lange als Vikar. Stellbrink war Pastor der Lutherkirche.

Seit 1941 waren sie miteinander freundschaftlich verbunden und tauschten Nachrichten und Predigten, unter anderem des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, miteinander aus.

Am Palmsonntag 1942 hatte Stellbrink in seiner Predigt den in der Nacht erfolgten britischen Luftangriff auf Lübeck als Gottesgericht interpretiert.

Er wurde am 7. April 1942 verhaftet, Prassek am 18. Mai, Lange am 15. Juni und Müller am 22. Juni. Außer den Geistlichen wurden noch 18 katholische Laien verhaftet, unter diesen auch der spätere Moraltheologe Stephan Pfürtner.

Ein Jahr später, vom 22. bis 24. Juni 1943, fand ihr Prozess vor dem 2. Senat des Volksgerichtshofes unter Vorsitz von Wilhelm Crohne statt, der zu diesem Zweck nach Lübeck gekommen war. Die Geistlichen wurden wegen "Rundfunkverbrechen, landesverräterischer Feindbegünstigung und Zersetzung der Wehrkraft" zum Tode verurteilt, die mitangeklagten Laien erhielten zum Teil hohe Freiheitsstrafen.

Daraufhin wurden die Geistlichen in die Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis verlegt. Der für die katholischen Priester zuständige Bischof von Osnabrück, Wilhelm Berning, besuchte die Geistlichen im Gefängnis und schrieb ein Gnadengesuch, das abgelehnt wurde. Pastor Stellbrink erhielt keinerlei Unterstützung seiner Landeskirche und wurde vor seiner Hinrichtung wegen seiner Verurteilung aus dem kirchlichen Dienst entlassen.

Zum 60. Jahrestag der Hinrichtung kündigte der Hamburger Erzbischof Werner Thissen den Beginn des Seligsprechungsprozesses für die Lübecker Märtyrer an. Gleichzeitig vereinbarte er mit der Bischöfin für den Sprengel Holstein-Lübeck der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Bärbel Wartenberg-Potter, die Einrichtung einer ökumenischen Begleitgruppe, um das gemeinsame Gedenken zu gewährleisten.

Die Krypta der Herz-Jesu-Kirche sowie die Lutherkirche in Lübeck sind dem Gedenken der Geistlichen gewidmet. "

Quelle: www.de.wikipedia.org/wiki/Lübecker_Märtyrer

Creative Commons License


Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Salzekurier Über Salzekurier | Privacy Policy | Kontakt | ©2009 Salzekurier