Berichte / Krieg


Samstag, den 11.Januar 2009

Kundgebung gegen die Kriegsführung Israels im Gazastreifen

Ab - 13.01.2009

Fast 100 Bürger(innen) versammeln sich auf dem Salzhof


Die Kundgebung am Samstag entstand wohl spontan, ein Aufruf war nicht veröffentlicht worden. Trotzdem versammelten sich bei eisigen Temperaturen fast hundert Bad Salzufler Bürgerinnen und Bürger um 15 Uhr auf dem Salzhof.
Der Protest richtete sich gegen die Kriegsführung Israels im Gazastreifen. Durch die Bombadierung von Wohngebieten wurden Hunderte Menschen, darunter viele Frauen und Kinder getötet. "Israel - Kindermörder" war der Ruf der Demonstranten, der bis weit in die Innenstadt hallte.

In einer Rede, die durch ein Megaphon verstärkt wurde, trug Elifa Krijestorac eine scharfe Kritik an dieser israelischen Politik vor. Der Angriff sei durch kein Recht auf Selbstverteidigung oder Notwehr legitimiert.

Auch lasse Israel weder Journalisten noch medizinisches Personal oder Hilfsgüter in den Gazastreifen. Außerdem sei der im Juni 2008 vereinbarte Waffenstillstand von Israel und nicht von der Hamas gebrochen worden.

Zuvor hatte Maria Hettenkofer das Gedicht "Berichtigung" von Erich Fried vorgelesen, das dieser 1984 als Reaktion auf die damaligen Massaker in den palästinesischen Flüchtlingslager Sabra und Shatilla in der Nähe von Beirut geschrieben hatte. Verantwortlich für diese Verbrechen war der damalige israelische Verteidigungsminister und spätere Ministerpräsident Sharon.
In diesem Gedicht setzt sich Erich Fried mit dem an ihn gerichteten Vorwurf auseinander, dass er als Jude den damaligen Ministerpräsidenten Begin und Sharon nicht Mörder nennen dürfe.

Fried akzeptiert diesen Vorwurf auf eine unerwartete Art, er berichtigt den Begriff "Mörder". Der letzte Satz des Gedichts lautet:

Ich werde also Begin und seinen Minister Shamir
und seine Generäle Sharon (...)
(und ihre Hintermänner, die nicht nur Juden sind
und nicht in Israel leben sondern meist westlich
des Ozeans) in Zukunft nicht Mörder nennen
sondern nur Massenmörder.

Ein Bad Salzufler Passant kritisierte allerdings, dass von der Versammlung die Bedrohung Israels durch die Kassam-Raketen der islamischen Hamas zu wenig in den Blick genommen würde.
Jetzt geht es um einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand und einen sofortigen Rückzug des israelischen Militärs aus dem Gazastreifen, war die Antwort.

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