Berichte / Privatisierung

Entlassungen im VitaSol

VitaSol - Will der Pächter die MitarbeiterInnen unter Druck setzen?

03.04.2008

Pressemitteilung der Linken in Bad Salzuflen

Trotz eines rechtswirksamen Übernahmevertrages entlässt der Pächter Kannewischer die ersten sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nachdem der neue VitaSol-Pächter die Reinigungsarbeiten an eine Fremdfirma vergeben hat, spricht er betriebsbedingte Kündigungen auch gegen drei langjährige Mitarbeiterinnen aus!

Wir finden:
Das ist rücksichtslos. Es ist arbeitsrechtlich und menschlich eine Unverschämtheit!

Wir vermuten:
Es geht hier nicht um eine betriebswirtschaftlich notwendige Maßnahme, sondern um ein Drohsignal an die übrigen 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach dem Motto: Wenn ihr nicht so spurt, wie ich das will, wird es euch genauso ergehen. Die Bindungsfrist des Übernahmevertrages zur Sicherung der Arbeitsplätze läuft nur noch neun Monate! Spätestens dann sind auch eure Arbeitsplätze in Gefahr!

Pächter Kannewischer - ein Raubritter der modernen Zeit?

Die Stadt Bad Salzuflen finanziert weiterhin die Investitionen zur Steigerung der Attraktivität des VitaSols und der Pächter reduziert die Betriebsausgaben auf Kosten der Mitarbeiterinnen - er schmeißt sie einfach raus.

Wir meinen:
Wenn dem Pächter keine anderen betriebswirtschaftlichen Maßnahmen einfallen, sollte man ihn ebenfalls aus dem Pachtvertrag "raus schmeißen"!

Wenn der Pachtvertrag zwischen der Stadt und Kannewischer ein solches Vorgehen ermöglicht, muss die Linke fragen, wer dafür die Verantwortung trägt. Die dafür politisch Verantwortlichen sollten ihr Mandat abgeben!

Eine Betriebsführung dieser Art hätte die stadteigene Staatsbad GmbH auch selbst realisieren und die daraus resultierenden Gewinne dem städtischen Haushalt zuführen können. Für ein solches Vorgehen braucht man keinen Manager aus der Schweiz, das können die örtlichen Betriebsleiter genauso gut.

Die Linke fordert den Bürgermeister auf, sich für die Interessen und Rechte der Mitarbeiterinnen einzusetzen. Es geht um vernünftige und sichere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung! Hinter diesen Arbeitsplätzen stehen Familien, die um ihre Existenzgrundlagen bangen!

Die Linke fordert den Bürgermeister und den Rat der Stadt auf, den Pachtvertrag zu überprüfen, ob die Interessen und Rechte der Stadt in angemessener Weise berücksichtigt sind.

Das Vermögen der Stadt darf nicht einfach verschleudert werden, nur weil der Staatsbad GmbH und den im Aufsichtsrat sitzenden Politikern von CDU, SPD, Grüne, FDP und FWG keine zukunftsfähigen Konzepte für eine erfolgreiche Betriebsführung einfallen! Diese Politiker sollten sich eine andere politische Spielwiese suchen! Die Aufgabe ist zu ernst!




Stadtverband Bad Salzuflen
i.V. Harald Nickels


3.April 2008


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