Berichte / Städtischer Wohnungsverkauf


Zum Schleuderpreis von 9 Millionen Euro

Bad Salzufler Stadtrat verscherbelt städtische Wohnungen

T2 - 06.01.2008

Corestate Capital erhält den Zuschlag




Ganze 9 Millionen Euro soll die Schweizer Investment-Gesellschaft Corestate Capital für     die 271 städtischen Wohnungen bezahlen, das sind im Durchschnitt 33210 Euro für eine Wohnung mit 2 bis 4 Zimmern. Damit verabschiedet sich die Stadt von ihrer Verpflichtung, bedarfsgerechte und bezahlbare Wohnungen bereitzustellen. Nach dem Motto „Die Reichen sollen reicher werden“ wurde denn auch nicht an die Lemgoer Wohnbau-Gesellschaft sondern an die Züricher Investmentgesellschaft verkauft.

  Solche Gesellschaften werden häufig mit Heuschrecken verglichen: sie fallen über die Ernte her, fressen sie auf und verschwinden wieder. Der Stadtrat hat seine Verhandlungen deshalb wohl auch konsequent verheimlicht: Aus den nicht öffentlichen Sitzungen wurden keine Informationen weitergegeben, die Presse wurde erst informiert, als der Verkauf perfekt war.

  Liest man die Pressemitteilungen der Corestate Capital vom 1.3.2007, dann lässt sich das Ausmaß des Skandals erahnen: Nach nur viermonatiger Laufzeit schüttete damals der Corestate German Residential Fonds seinen Anlegern Profit in zweistelliger Millionenhöhe aus. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital sei zweistellig gewesen. Im Januar 2006 seien in mehreren deutschen Städten insgesamt 1640 Wohnungen für 58 Millionen Euro gekauft worden. Bei Kauf sei dieses Paket schon um 20% über dem Kaufpreis bewertet worden. Das heißt doch wohl konkret, die Corestate machte im Moment des Unterschreibens des Kaufvertrages 11,6 Millionen Euro Profit!

  Die Strategie für Bad Salzuflen lässt sich absehen: Eine Reihe der Wohnungen werden luxussaniert und dann mit Riesenprofit verkauft. Genau diese Möglichkeit hat der Stadtrat offen gelassen, eine im Kaufvertrag verankerte sogenannte „Sozialcharta“ ist damit Makelatur! Außerdem ist zu befürchten, dass die Corestate die Mieten massiv erhöht sobald es möglich ist.


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